Güstrow zeigt Schätze aus seinem Kunstdepot

Grün, braun, schwarz – so sieht Mecklenburger Waldglas aus. Im Januar 2012 zeigt das Stadtmuseum eine kleine Auswahl von Gebrauchsgefäßen aus Waldglas, die im 19. Jahrhundert in unserer Region hergestellt wurden. Dass Mecklenburg in der Vergangenheit zu den bedeutendsten deutschen Glashüttenzentren gehörte und die Herstellung von Glas dabei bis in das 13. Jahrhundert zurückreicht, dürfte nicht jedem unbedingt bekannt sein. Voraussetzungen für die Glasherstellung in Mecklenburg waren das reichliche Vorhandensein von Kies (Quarzsand) und Holz. Die Farbe grün bzw. braun bis schwarz entstand beim Schmelzen des eisenhaltigen Sandes.

Der Name „Waldglas“ ist übrigens darauf zurückzuführen, dass die Glashütten direkt im Wald lagen. Und es gab davon eine ganze Reihe in Mecklenburg: in Gross Ridsenow, Klaber, Groß-Raden, Brahlstorf, Moisall, Rothspalk, Nienhagen, Parum, Cambs, Kritzow, Mustin, Lelkendorf, Dobbin, Schorssow oder Tieplitz, um nur einige zu nennen. Die verschiedenen Wasserwege boten damals gute Transportmöglichkeiten, um das Glas in die Handelszentren nach Rostock, Wismar oder Hamburg zu bringen. Und von dort aus führte der Weg des Mecklenburger Waldglases weiter bis nach Holland, Skandinavien, Schweden, Dänemark, Riga, Petersburg und Nordamerika.

Um 1750 war dann die Zeit der großen mecklenburgischen Glashütten zu Ende. Das Holz war durch den gewaltigen Holzeinschlag, der zum Betrieb einer Glashütte benötigt wurde, so knapp geworden, dass man in Teilen des Landes nicht mehr genügend Holz zur Feuerung besaß. Und so stellte dann auch 1901 die letzte Glashütte in Mecklenburg, die 1847 angelegte Glashütte Alt Schwerin am Plauer See, ihren Betrieb ein.

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